Seit der Geburt am 08.04.1960 gehöre ich schon nicht zum optimalen Durchschnitt der Menschheit. Sauerstoffmangel während der Geburt sorgte zwar für hektisches Treiben, aber...
Die damalige Kinderärztin war lange Zeit der Meinung, dass ich nur ein Spätentwickler sei. Und was macht man mit solchen Kindern, man schickt sie zweimal wöchentlich zur Gruppengymnastik in die Physiotherapie.
Meinen Eltern muss ich danken, dass sie den Mut aufbrachten, mich seit frühester Kindheit in verantwortungsbewusste ärztliche Hände zu geben. Eingeschult wurde ich am 01.09.1969 im Krankenhaus in Wermsdorf.
Um herauszufinden, welches Lerntempo vorhanden war, wurden die ersten zwei Schuljahre jeweils um ein halbes Jahr verlängert. Mit dem Abschluss der vierten Klasse endete ein vom Erfolg gezeichneter Aufenthalt in Wermsdorf.
Zu Beginn der fünften Klasse wechselte ich 1974 in die Körperbehindertenschule nach Börnicke im ehemaligen Bezirk Frankfurt/Oder. 1980 beendete ich mit dem Abschluss der 10. Klasse die Polytechnische Oberschule.
Im Juli 1986 bezog ich in Freiberg eine Einraumwohnung, die nicht behindertengerecht ausgestattet war und ist. Diese Wohnung anzunehmen, bedeutete für mich die sofortige Selbstständigkeit und das vollständige Ablösen von meiner Mutter in allen Bereichen des Lebens. Dinge, die mir bis dahin abgenommen wurden, mussten jetzt selbst erledigt werden.
Um Hilfe in Anspruch zu nehmen, war es nötig, Kontakte zu fremden Menschen aufzubauen. Das war die Chance, schon geknüpfte Kontakte zur "Jungen Gemeinde" noch stärker zu vertiefen. Dadurch entstand eine aktive Beteiligung im bestehenden Mitarbeiterkreis der "Jungen Gemeinde". Relativ schnell wich Voreingenommenheit, gegenseitiger Akzeptanz und einem respektvollen Umgehen miteinander.